Was ist los?

Abholung – jeden Freitag von 12 bis 17 Uhr

An Feiertagen wird die Ausgabe einen Tag vorverlegt – Schaut in den Kalender

Aktionstag – jeden Freitag auf dem Hof in Beckstedt von 8 bis 20 Uhr

Je nach Arbeitsanfall, Witterung, Lust und Zeit!

Bieterrunde – am 20. November 2021!

Im Dorfgemeinschaftshaus in Colnrade. Um 18:00 Uhr.

Was ist eine SoLaWi? – Wer wir sind

Eine SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft) ist ein Zusammenschluss von einem landwirtschaftlichen Betrieb oder einer Gärtnerei mit einer Gruppe privater Haushalte. Erzeuger*innen und Verbraucher*innen bilden dabei eine Wirtschaftsgemeinschaft.

Auf Grundlage der geschätzten Jahreskosten der landwirtschaftlichen Erzeugung verpflichten sich die Privatpersonen jährlich im Voraus einen festgesetzten Betrag an den SoLaWi-Betrieb zu zahlen.
So kann sich der Erzeuger-Betrieb unabhängig von Marktzwängen einer guten landwirtschaftlichen Praxis widmen, den Boden fruchtbar halten und bedürfnisorientiert wirtschaften.
Die Abnehmenden erhalten im Gegenzug die gesamte Ernte sowie weiterverarbeitete Erzeugnisse wie Brot, Käse etc., sofern der SoLaWi-Betrieb diese herstellt. „Solidarisch“ bedeutet in diesem Zusammenhang auch, dass gute wie schlechte Ernteergebnisse gemeinsam getragen werden.

SoLaWis organisieren sich unterschiedlich und beziehen von „ihren“ Landwirten unterschiedliche Waren. In manchen SoLaWis schließen die einzelnen Haushalte private Verträge mit dem Landwirt, andere organisieren sich als Verein.

Wir haben uns für Letzteres entschieden.

Unsere SoLaWi „Wildes Gemüse Beckstedt e.V.“ arbeitet mit Familie Dolling aus Beckstedt als landwirtschaftlichem Betrieb zusammen.
Bislang beziehen wir dort Bio-Gemüse. Weitere Produkte, wie Eier, Honig und Fleisch sind in Zukunft ebenfalls erhältlich.
Beim Pflanzen, Pflegen und Ernten können die SoLaWi-Mitglieder mithelfen; sind dazu allerdings nicht verpflichtet.

Als Verein pflegen wir in der SoLaWi „Wildes Gemüse Beckstedt e.V.“ eine flache Organisationsstruktur.
Der Vorstand besteht aus mindestens drei gleichbrerechtigten Personen.
Dieser wird von mehreren Arbeitsgruppen (AGs) unterstützt.
Dabei lassen wir uns von Ideen der gewaltfreien Kommunikation und soziokratischen Organisationsformen inspirieren.

Unsere Ziele

  • Wir wollen ein neues Verhältnis zwischen Produzenten und Konsumenten leben, indem wir das Wirtschaften des Bauern vorfinanzieren und uns die Ernte wie Missernte teilen. Die SoLaWi soll von einer solidarischen und gegenseitig wertschätzenden Gemeinschaft getragen werden.
  • Wir wollen zeigen, dass regionales, ökologisch angebautes Gemüse ganzjährig und abwechslungsreich eine Gemeinschaft von Menschen ernähren kann.
  • Wir wollen theoretische und praktische Kenntnisse in Anbau und Verarbeitung des Gemüses fördern.
  • Wir wollen Verpackungsmüll, lange Transportwege und Lebensmittelverschwendung vermeiden.
  • Wir wollen uns mit Partnern vernetzen, um Möglichkeiten des nachhaltigen ökologischen Handelns zu erweitern und zu verbessern.

Unsere Beweggründe

Der Klimawandel ist ein Indiz dafür, dass durch das Wirken des Menschen das ökologische Gleichgewicht auf der Erde empfindlich gestört wird. Das hat für viele Menschen existenzbedrohende Folgen.
Vor allem bei den Menschen der Industrienationen ist eine Änderung der Lebensweise erforderlich, die zu einem ressourcenschonenderen Verhalten führt.

Große, nationengetragene Veränderungen in der Welt benötigen aufgrund ökonomischer und politischer Zusammenhänge und Zwänge Innovationen und Zeit.
Aber jeder einzelne Mensch kann sein Verhalten unmittelbar und vergleichsweise viel schneller den Erfordernissen der Zeit anpassen, sich solidarisieren und auf diesem Wege Veränderungen ausgehend „von der Basis“ bewirken.

Uns SoLaWist*innen eint die Sorge um das Ökosystem Erde und das Bedürfnis nach regional und ökologisch erzeugten Lebensmitteln hoher Qualität.
Statt der Abhängigkeit der Landwirte von Weltmarktpreisen und Subventionen besitzt ein Lebensmittelerzeuger der Solidarischen Landwirtschaft einen wesentlich höheren Grad an Freiheit von ökonomischen Zwängen.
Die Erzeugung der Lebensmittel wird direkt von den Beiträgen der SoLaWi-Mitglieder finanziert. Energieaufwändiger überregionaler Transport, ebenso wie der Verbrauch von Verpackungsmaterial und der Zwischenhandel entfallen.

Die hoch technisierte Lebensmittelproduktion der konventionellen Landwirtschaft verwendet Großmaschinen in ausgeräumten, maschinengerechten Landschaften. Hinzu kommen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln, sowie die Verwendung von gentechnisch verändertem Saatgut oder Futtermitteln in der Intensivtierhaltung.
Das hat negative Folgen für den Boden (Humusabbau), für das Grundwasser (Nitrat- und sonstiger Schadstoffeintrag), für die Artenvielfalt (z.B. Insektensterben, wenige und normgerechte Gemüsesorten) und letztendlich für das Klima (z.B. hoher Energieaufwand, Freisetzung von Kohlendioxid).

Der ökologische Landbau und die regenerative Landwirtschaft können durch die Wahl der geeigneten Bewirtschaftungsmethoden den hohen Energieaufwand und Stoffeinsatz minimieren, den die konventionelle Landwirtschaft zur Ertragssteigerung aufwenden muss.
Stattdessen werden die Lebensprozesse im Boden intensiviert, sowie Humusaufbau und Wasserhaltefähigkeit des Bodens gefördert. Dadurch ist der Gemüseanbau wesentlich ressourcen- und klimaschonender, sowie nachhaltiger für die Zukunft.

Gründe für eine Soldarische Landwirtschaft (SoLaWi)

  • Regionale + saisonale Produkte; gesund und frisch und geschmackvoll
  • Wissen, wo die Lebensmittel herkommen und wie sie angebaut werden
  • Gesteigertes Bewußtsein für die Lebensmittel
  • Transparenz von Anbau + Kosten
  • Kurze Transportwege
  • Klimafreundliches Handeln
  • Stärkung einer nachhaltigen und vielfältigen Landwirtschaft
  • Unterstützung von Naturschutz und (Arten-)Vielfalt
  • Gemeinsam essen, arbeiten und feiern
  • Solidarische Gemeinschaft erleben
  • Wissen über Anbau und Verarbeitung von Lebensmitteln sowie die Pflege der Erde erwerben
  • Lebensmittel gemeinsam verarbeiten
  • Teilen von Verantwortung, Risiko, Kosten und Ernte
  • Planungssicherheit und Unterstützung der ErzeugerInnen
  • Gesichertes Einkommen für die ErzeugerInnen
  • Höhere Lebensqualität

Unsere Landwirte:
Familie Dolling / Klose

Familie Dolling betreibt einen kleinen landwirtschaftlichen Bio-zertifizierten Betrieb mit inzwischen 18 ha Fläche.
Für den Gemüseanbau werden 8.000 m² für Feingemüse genutzt, 250 m² im Folientunnel angebaut, auf ½ ha Kartoffeln gepflanzt und auf ½ ha befindet sich eine Streuobstwiese.
In zwei Mobilställen produzieren 1.200 Legehennen Bio-Eier. Hinzu kommen 400 Bio-Hähnchen / Jahr sowie 250 Enten und Gänse zu Weihnachten, die von einem mobilen Schlachter vor Ort geschlachtet werden.

Bislang wurden die Produkte über Direktvermarktung bei drei Wochenmärkten (in Oldenburg auf dem Lambertimarkt und in Metjendorf sowie in Wildeshausen auf dem Wochenmarkt und bei der Firma Tonn) vertrieben. Außerdem werden Einzelhändler vom Bioladen bis zum Bäcker beliefert.
Der Weg mit einer SoLaWi ist für Familie Dolling neu.
Dollings war schon immer ein direkter Kundenkontakt wichtig. Auf diese Weise wurden sie von mehreren Kunden darauf hingewiesen, dass in Harpstedt ein Landwirt für eine SoLaWi gesucht wird. Daraufhin nahmen

Dollings nahmen Kontakt mit den interessierten SoLaWisten auf, so dass das Projekt einer eigenen SoLaWi in Angriff genommen werden konnte.

Für Rene Dolling ist es wünschenswert, wenn Verbraucher sich für Landwirtschaft interessieren, Produktionswege kennenlernen und Vorurteile abgebaut werden können.
Außerdem möchte er gerne mit den SoLaWisten zusammenarbeiten und mit ihnen gemeinsam durchs Jahr gehen, Höhen und Tiefen erleben sowie gegenseitige Wünsche wahrnehmen. – Viel Offenheit und Herzlichkeit sind bei jeder Begegnung spürbar!

Mit Familie Dolling hat die SoLaWi Wildes Gemüse Beckstedt ein Zuhause gefunden, bei der neben gutem, biologisch angebautem Gemüse auch das gemeinsame Miteinander im Vordergrund steht. Ideen und Vorschläge werden aufgenommen, diskutiert und ausprobiert.

Wir freuen uns, so herzlich aufgenommen zu werden!

Rene Dolling

… ist gelernter Einzelhandelskaufmann und hat den Beruf des Landwirts auf der Abendschule gelernt. Den Gemüseanbau hat er jedoch im frühen Jugendalter von seiner Großmutter und später im Kreisaltenheim in Wildeshausen von einem alten Gärtner erlernt. Dort produzierte er jahrelang die gesamte Vollversorgung für 45 Bewohner.

Nicole Klose

… (Renes Lebenspartnerin) hat Hauswirtschaft gelernt und ist neben der Buchhaltung für die Pflanzenanzucht, die Versorgung der Folientunnel und das Packen des Gemüses zuständig. Außerdem ist sie begeisterte Imkerin und möchte die Honigproduktion ausbauen.

Jonas Dolling

… (20 Jahre alt) hat auf zwei Biobetrieben in Hude und bei Hamburg ökologische Landwirtschaft gelernt. Seine Schwerpunkte sind Geflügel und Ackerbau, aber nunmehr auch das Gemüse. Derzeit geht Jonas auf die Meisterschule in Vechta. Er möchte den Betrieb weiterführen und zunehmend ausbauen.

© 2021 SoLaWi Wildes Gemüse Beckstedt e.V.